Filmstart: 08.05.2008
Originaltitel: Ben X
FSK: Ab 12
Verleih: Kinowelt
Laufzeit: 94 Minuten
Trailer: Klick hier
Regie: Nic Balthazar
Darsteller: Greg Timmermans, Laura Verlinden, Marijke Pinoy, Pol Goossen, Titus De Voogdt, Maarten Claeyssens, Tania Van Der Sanden, Johan Heldenbergh, Jakob Beks, Peter De Graef

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Inhalt: Ben ist anders. Er lebt in seiner eigenen Welt, in der er in seinem liebsten Onlinespiel „Archlord“ Heldentaten besteht. Er spielt es wann immer er kann und versucht, für die Widrigkeiten des wahren Lebens zu trainieren. Mit seiner Internetgefährtin Scarlite meistert er alle Herausforderungen und Gefahren, die ihn in der realen Welt überfordern. Der harte Alltag auf der Schule ist für den verschlossenen Jungen eine tägliche Höllenqual. Immer wieder wird er von seinen Mitschülern gemobbt und tyrannisiert. Ben fasst einen Plan: Er will mit allem Schluss machen. Game Over.

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Unsere Meinung: Ben X ist kein Film über einen computersüchtigen Jugendlichen, der dank böser Killerspiele Menschen ermordet. Dieser Satz gleich zu Beginn, da mehrere Menschen dies wohl dank irgendwelcher Trailer so aufgefasst haben.
Irgendwie ist es schwierig, eine Meinung zu dem Film zu schreiben, denn bereits in den ersten Minuten erkennt man sich selbst wieder. Ben geht zur Schule, allerdings in einer sehr merkwürdigen Lauerstellung. Seine Beine zittern und sein Gesicht sieht dem eines „Freaks“ sehr ähnlich. Womit wir schon bei dem Thema wären: Freak. Da war doch letztens dieser komische Typ an der Bushaltestelle. Er konnte irgendwie nicht richtig reden, stotterte nur einige Wörter zusammen und machte den Anschein, als hätte er die letzten zwanzig Jahre irgendwie verpasst. Was mache ich? Ich sehe den Mann die ganze Zeit schräg an und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Und nun sitzt man in diesem Film und wird genau mit solchen Bildern konfrontiert. Ein „andersartiger“ Junge sitzt in der Klasse, wird mit Dingen beworfen, verpönt und muss sogar die Hose herunterlassen. Man sitzt im Kinosaal und will laut aufschreien. Erst dann bemerkt man, dass man manchmal selber mit auf diese Seite gehört. Zwar nicht in diesem Maße, aber irgendwie…
Umso berührter ist man dann von diesem Film und von den Folgen. Ben rastet aus, er wird gemobbt, er rastet aus…ein Teufelskreis. Keiner kennt einen Ausweg, nur Ben selbst.
Ich muss zugeben, dass ich selten im Kino weine. Bisher gab es nur zwei Filme: Les Choristes und Once. Heute reiht sich ein weiterer Film ein, Ben X. Rund 90% des Filmes waren meine Augen mit Tränen übersäht und es wurde immer schlimmer. Ständig wurden die Aktionen gegen Ben härter und immer auswegloser schien die ganze Situation…Besonders schmerzvoll ist es, da man weiß, dass Ben kein Einzelfall ist. Ein jeder von uns wird einen Ben in seiner Umgebung kennen. Einen, der in irgendeiner Weise ausgegrenzt wird. Nur, weil er vielleicht die falschen Schuhe trägt und eine andere Musik hört…

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Fazit: Ben X ist ein Film, den man wirklich nur schwer in Worte fassen kann. Er geht so unglaublich unter die Haut, dass man sich wünscht, der Film würde ewig weiterlaufen. Ben X rüttelt auf, Ben X weist auf Probleme hin, Ben X bringt zum Weinen…Was will man mehr? Ben X hat sich die 100/100 Punkten wirklich mehr als verdient. Dabei hatte ich den Glauben an gute Filme schon fast verloren…
(ts)

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