Filmstart: 20.11.2008
Originaltitel: Body of Lies
FSK: Ab 16
Verleih: Warner
Laufzeit: 128 Minuten
Trailer: Klick hier
Regie: Ridley Scott 
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Golshifteh Farahani, Oscar Isaac, Simon McBurney, Alon Aboutboul

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Inhalt: Roger Ferris ist CIA-Agent und verantwortlich für Geheimdienstoperationen im Nahen Osten. Er spricht fließend arabisch, respektiert die arabische Kultur und legt großen Wert auf Kameradschaft. Seine Einsätze werden durch seinen Vorgesetzen Ed Hoffman von den USA aus via Telefon und Satellit koordiniert. Ferris‘ Aufgabe ist es, den Terrorchef Al-Saleem und dessen Netzwerk aufzuspüren. Nach einer gescheiterten Mission, die Ferris mit Glück überlebte, wird er von Hoffman nach Jordanien geschickt, um mit dem dort ansässigen Geheimdienst zu verhandeln. Chef des jordanischen Geheimdienstes ist Hani Salaam, welcher der Zusammenarbeit mit den Amerikanern zunächst nicht trauen will, sich aber durch Ferris` Verhalten und Wissen über den Nahen Osten für eine Kooperation entscheidet. Die Suche des Terrorchefs Al-Saleem, dessen Netzwerk sich zu vielen Anschlägen in Europa bekennt, gestaltet sich schwierig und auch die Zusammenarbeit von Ferris und Hoffman wird auf die Probe gestellt. 

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Unsere Meinung: Ridley Scotts Politthriller beginnt actionreich, hält dieses Tempo aber nicht über den gesamten Film. Die zweite Hälfte des Films ist weniger rasant, bietet aber Platz für die Entwicklung der Figuren. Hervorzuheben ist einerseits Leonardo DiCaprio, der seinem CIA-Agenten das typisches Profil eines amerikanischen Geheimagenten verpasst, aber auch den Wert von Freundschaft und Vertrauen in den Vordergrund stellt. Andererseits ist Mark Strong zu erwähnen, der als Chef des jordanischem Geheimdienstes ein sehr charismatisches Auftreten an den Tag legt und immer wieder betont, dass Vertrauen die Basis einer geheimdienstlichen Zusammenarbeit ist. Die Besetzung „bekannter Namen“ wird durch Russel Crowe komplettiert. Allerdings wird dieser von Mark Strong einige Male locker an die Wand gespielt, was vielleicht auf den begrenzt angelegten Radius Hoffmans` zurückzuführen ist. Die Leitung der Mission erfolgt fast ausschließlich über Satellit aus den USA.
Interessant ist die Gegenüberstellung der Figuren Ferris und Hoffman. Während Hoffman allein am schnellen Erfolg der Mission interessiert ist – und zwar ohne Rücksicht auf Verluste – versucht Ferris seinen Vorgesetzen davon zu überzeugen, dass eine länger angelegte Kooperation, basierend auf Vertrauen und Loyalität, von Vorteil wäre. Doch er stößt auf taube Ohren und gerät selbst in Gefahr, als Hoffmann einige Trümpfe in der Hand behält und Hani Salaam Unwahrheiten auftischt. Verkompliziert wird die ohnehin brenzlige Situation durch die (eher unnötige) Anbandelung Ferris` mit einer iranischen Krankenschwester. Die sich allmählich entwickelnde Beziehung der beiden erscheint – in Anbetracht der Umstände – eher unglaubwürdig und fügt sich nicht so richtig in das filmische Gesamtkonzept ein.
Darüber hinaus sei erwähnt, dass übliche, aus den Medien wahrnehmbare, Foltermethoden auch im Film eingesetzt werden. Betreffende Szenen sind, aufgrund der detaillierten Darstellung, nicht unbedingt für schwache Nerven geeignet.

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Fazit:
Zwei unterschiedliche geheimdienstliche Sichtweisen, die nicht mit einander konform gehen, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet ist, dass sich Amerikaner mit dem Verständnis anderer Kulturen besonders schwer tun. Diesbezüglich ist es manchmal wohl die richtige Entscheidung, den eingeschlagenen Weg zu verlassen. Ein spannend inszenierter, anfangs temporeicher politischer Thriller, der kleine Durchhänger nicht vermeiden kann. Vielleicht kein besonderer, aber ein dennoch interessanter Film, der zudem die Frage aufwirft, ob offenbar Schuldige tatsächlich schuld sind. 65/100 Punkten.
(dw)

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