Filmstart: 11.06.2009
Originaltitel: Drag me to Hell
FSK: Ab 16
Verleih: Universal

Laufzeit: 99 Minuten
Trailer: Klick hier
Regie: Sam Raimi
Drehbuch:
Sam Raimi, Ivan Raimi
Darsteller: Alison Lohman, Justin Long, Lorna Raver, David Paymer, Dileep Rao, Jessica Lucas, Reggie Lee, Fernanda Romero, Chelcie Ross, Adriana Barraza, Octavia Spencer, Bojana Novakovic

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Inhalt: Die Bankangestellte Christine hat es beruflich gerade nicht wirklich leicht. Zwar hat sie einen vielversprechenden Großkunden an der Angel, doch ein intriganter Kollege bringt sie mehr und mehr in Zugzwang, wenn sie den Posten des stellvertretenden Filialleiters tatsächlich noch abkriegen möchte. Also beschließt sie, einmal nötige Härte zu zeigen und lehnt die Kreditverlängerung einer armen alten Frau ab. Leider traf sie dabei jedoch auf exakt die falsche Frau – sprich: eine Zigeunerin. Jetzt dürfen Christines Karriereproblemchen brav in den Hintergrund treten, denn sie hat es nun mit einem waschechten Fluch zu tun, der nicht nur für das immer deutlichere Auftreten eines Lamia-Dämons sorgt, sondern sie auch nach drei Tagen in die Hölle verfrachten wird. Christine sucht im Kampf gegen die Zeit nach einer Lösung – und steht am Ende vor einer schrecklichen Entscheidung.
Für die Mythologie-Interessierten unter uns:
Die Lamia-Figur des Filmes ist frei erfunden. Sollte jemandem der Name trotzdem bekannt vorkommen, so liegt das an den vampirartigen Ungeheuern der griechischen Mythologie gleichen Namens, die oftmals weiblichen Geschlechts waren und dementsprechend eine Präferenz für Kinder und/oder junge Männer hatten. Lamien werden dabei zwar hin und wieder als Mischwesen dargestellt (dank eines Gedichtes von John Keats bevorzugt als Wesen halb Mensch, halb Schlange), haben jedoch stets einen komplett menschlichen Oberkörper. Eine Lamia mit Ziegenhörnern ist somit frei erfunden und hat ansonsten nur zufällige Namensgleichheit mit ebenjenem griechischen Ungeheuer. Aber genug kluggeschissen.

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Unsere Meinung: „Drag Me to Hell“ markiert Sam Raimis Rückkehr in das Horrorgenre nach über 20jähriger Abstinenz (was übrigens auch gleich zu Beginn sehr schön durch die Verwendung des alten Universal-Logos aus den ’80ern angedeutet wird). Für die jüngeren und die Horror-Neulinge unter uns (die Mr. Raimi aber wenigstens noch als Regisseur der „Spider-Man“-Filme erkennen könnten): Sam Raimi verdanken wir Genreperlen wie „Tanz der Teufel“ und „Armee der Finsternis“.
Das wirklich erfrischende an „Drag Me to Hell“ ist die wirklich gelungene Kombination aus Grusel und Komik. Raimi versteht es meisterhaft, sowohl eine dichte Atmosphäre voller übernatürlicher Bedrohung und gut eingepasster Gruselszenen aufzubauen als auch vollkommen überzogene Ekel- und Splattermomente einzubauen, die dem Moment genau das richtige bisschen Lächerlichkeit geben können, das den Unterhaltungswert vergrößert, ohne dabei zu stark in den reinen Klamauk abzusinken.
Unterstützt wird dieser Mix durch das gelungene Cast, bei dem vor allem die Figur des Clay (großartig dargestellt durch Justin Long, der in „Jeepers Creepers“ schon einmal Horror-Erfahrung sammeln konnte) ein paar wundervolle Kommentare in den Mund gelegt bekommt.
Doch all der guten Umsetzung zum Trotz ist die Handlung selbst – wenn auch kurzweilig und spannend erzählt – leider ein ordentliches Stück zu simpel geworden (gerade die Art und Weise, auf die man den Fluch weitergeben kann, ist etwas, auf das ein normal intelligenter Mensch eigentlich wesentlich schneller kommen sollte) und Christines Handlungen sind auch nicht immer ein Musterbeispiel an Nachvollziehbarkeit. Das ist dann doch etwas, dass einem ziemlich fade am Gaumen kleben bleibt.

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Fazit: „Drag Me to Hell“ ist „Tanz der Teufel“ mit einem ordentlichen Schlag „Armee der Finsternis“. Soll heißen: Sowohl für gruselanfällige Neulinge als auch für hartgesottene Genrekenner sollten sich hier gute 100 übermäßig unterhaltsame Minuten ergeben. Ein bisschen mehr Komplexität hätte man den Zuschauern zwar durchaus noch zutrauen können, aber 70/100 Punkte ist der Spaß trotzdem noch locker wert.
(schroed)

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