Krabat:

Filmstart: 09.10.2008
Originaltitel: Krabat
FSK: Ab 12
Verleih: Fox
Laufzeit: 120 Minuten
Trailer:Klick hier
Regie: Marco Kreuzpaintner
Darsteller: David Kross, Daniel Brühl, Christian Redl, Robert Stadlober, Paula Kalenberg, Anna Thalbach, Hanno Koffler


krabat

Inhalt: Der Waisenjunge Krabat zieht mit zwei seiner Freunde durch die Lande. Eines Tages vernimmt er Stimmen, die ihm geheißen, zur Mühle nach Schwarzkollm zu gehen. Ängstlich aber wissend, dass er nichts verlieren kann, befolgt er das Gebot der Stimme und begibt sich zur Mühle. Dort angekommen verpflichtet sich Krabat dem Müller und geht in seine Lehre. Das Lehrjahre keine Herrenjahre – und schon gar nicht die ersten – sind, muss sich der Junge schnell hinter die Ohren schreiben. Immerhin bekommt er nun ausreichend Nahrung und ein Dach über dem Kopf obendrein. Auch die anderen elf Gesellen, die in der Mühle arbeiten, machen ihm das Leben nicht leichter – außer Tonda, in dem er einen Freund und Vertrauten findet. Der Müller, den alle den „Meister“ nennen, entpuppt sich jedoch als schwarzer Zauberer. Er lehrt den Burschen nicht nur das Müllern, sondern auch das Zaubern. Als Tonda eines mysteriösen Todes stirbt, wird Krabat misstrauisch. Er beschließt der Mühle zu entsagen.

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Unsere Meinung: Ottfried Preußlers gleichnamiger Roman bildet die Grundlage des Films. Allerdings wurde die filmische Umsetzung recht liederlich gestaltet. Zum einen wurde dem Buch, trotz einer Filmlänge  von 120 Minuten, ein ganzes Jahr Handlung geraubt. Zum anderen fehlen einige erheiternde Episoden aus dem Buch. Weshalb sich aber im Film teilweise hanebüchene „Neuerungen“ wiederfinden, ist vollkommen unverständlich. Beispielsweise wurde die Oberlausitz, eine Region in Sachsen und Handlungsort des Romans, kurzum mit einer mächtigen Hochgebirgslandschaft versehen. Die Vermutung, der Regisseur Marco Kreuzpaintner („Die Wolke“, Sommersturm“) würde hier versuchen, die Handlung „hollywoodtauglich“ aufzupolieren, liegt nah.
Besser geglückt ist jedoch das Einfangen der Stimmung. Szenen in düsteren Kammern oder schwer polternde Mahlwerke vermitteln dem Zuschauer glaubhaft das Geschehen auf der Mühle. Auch das zentrale Motiv, der unbedingte Drang nach Freiheit, wurde gut interpretiert.

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Fazit: Wer sich Romanverfilmungen ansieht, dem kann ich nur abraten, sich vorher selbigen zu Gemüte zu führen. Meist endet der Kinoabend in einer herben Enttäuschung. Das diese hier ausblieb, hebt das Filmerlebnis ungeachtet dessen nicht an. Wer Preußlers Buch noch nicht gelesen hat, dem kann ich den Film durchaus ans Herz legen. Wer die Vorlage kennt, sollte hingegen seine Skepsis wahren. 55 von 100 Punkten.
(mw)

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