Filmstart: 05.03.2009
Originaltitel: Marley & Me
FSK: ohne Altersbeschränkung
Verleih: Fox
Laufzeit: 115 Minuten
Trailer: Klick hier

Regie: David Frankel
Drehbuch: Scott Frank, Don Roos
Darsteller: Jennifer Aniston, Owen Wilson, Eric Dane, Alan Arkin, Kathleen Turner, Nathan Gamble, Haley Bennett

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Inhalt: Das frischverheiratete Journalistenpaar John und Jenny Grogan beschließen das kalte Michigan zu verlassen und nach Florida zu ziehen. Während Jenny gleich beim größten Lokalblatt ihren Traumjob ergattert, muss John bei der Konkurrenz ganz unten anfangen und bekommt nur unwichtige Mininachrichten. Und als Jenny andeutet, dass sich ein Haus kaufen auch Familie gründen heißt, kommt John dem Vorschlag seines Freundes nach und kauft ihr einen Hund, denn er fühlt sich nicht bereit für eine Familie. Jenny verliert ihr Herz sofort an einem Welpen im Sonderangebot, den John Marley nennt. Schon der Welpe kennt keine Gnade mit den beiden und das wird auch nicht besser, als er bereits 50 kg schwer wird. Der Labrador Marley wird von nun an das Leben der Grogans entscheidend prägen, der Familie bei allen Höhen und Tiefen beistehen und Beschützer des dreifachen Nachwuchses der Grogans sein. 

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Unsere Meinung: Der Film „Marley & Ich“ entstand nach John Grogans gleichnamigen Bestseller, der weltweit an die Spitzen der Charts katapultierte.
John Grogan erzählt von den Höhen und Tiefen seiner Ehe, dem ernüchternden Alltag, seiner Frustration, nicht als Reporter arbeiten zu können, geplatzten Träumen und Opfern, die man für die Kinder bringt. Aber auch von der Herausforderung, Arbeit und Familie zusammenzubringen und dem Leben viele schöne Seiten abzugewinnen. Der Hund Marley trägt bei den Grogans einiges dazu bei. Angefangen von der erfolgreichen Kolumne Johns, die fast ausschließlich von Marleys „Untaten“ handelt, bis zu dem Zusammenbringen der Eheleute, als Jenny mit sich und den Kindern nicht mehr zurechtkommt. Marley ist immer das Familienmitglied, das alles zusammenhält und alle zum Lachen bringt. Soweit die Geschichte aus Grogans Sicht.
Nun, diese Einstellung kann ich nicht so ganz teilen, denn auch ohne einen Hund in der Familie müsste es jedem Tierfreund klar sein, dass das Fehlverhalten des Labradors auf der Unfähigkeit seiner Besitzer zurückzuführen ist, einen Hund zu halten oder gar zu erziehen. Es gibt keine verrückten Hunde, die so drollige Sachen machen, wie aus purer Freude das Sofa zu zerlegen. Nein, der Hund hat Langeweile und Trennungsängste. Er legt ein ganz typisches Fehlverhalten an den Tag. Sicher, viele finden das vergnüglich und putzig, Grogan hat das auch bis zu Marleys Ableben hingenommen, jedoch nie ernsthaft reflektiert, was hier nicht stimmt. 
Was ich ebenfalls bedenklich fand war, dass Jenny mit offensichtlichen postnatalen Problemen zu Hause sitzt und noch ein drittes Kind bekommt, auf die Gefahr hin, dass ihr alles endgültig entgleitet. Nun die Grogans hatten Glück, aber vorbildlich ist das nicht. Vielleicht ist Buch und Film auch deshalb so erfolgreich in den USA, weil sich die Menschen mit allen extremen Unzulänglichkeiten in der Geschichte wieder finden. Marley & Ich ist daher auch nicht als Hundefilm anzusehen, sondern als Familiendrama/komödie.
Zu den Darstellern ist zu sagen, dass man mit Owen Wilson und Jennifer Aniston mit Sicherheit kein Kassengift verpflichtet hat. Jedoch nehme ich weder der einen, noch dem anderen den Familienmenschen ab. Aniston als dreifache Mutter? Auch machte man sich im Film nicht die Mühe, die Protagonisten nur einen Tag altern zu lassen, obwohl sie 17 Jahre ihres Lebens begleitet wurden und drei Kinder hatten. Weder die Figur, noch der Haarschnitt haben sich geändert und das ist nun wirklich unglaubwürdig. 
Aber gut, lieber keine Maske als eine schlechte; dafür erstreckt sich der Film über fast zwei Stunden, was ich für eine Familienkomödie deutlich zu lang finde. 
Und dann noch das: Über gefühlte 100 Minuten – wahrscheinlich waren es nur 15 – starb der Hund, pathetischer hätte man es nicht hinbekommen können. Viel zu ausgedehnt und eine echte Bewährungsprobe, da nicht vorzeitig den Saal zu verlassen.

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Fazit: „Marley & Ich“ ist eine Familiengeschichte mit Haken, so wie sie das Leben schreibt. Ich bin sicher, dass sich viele Eltern und Hundehalter darin wieder erkennen, egal ob es die Probleme von Familie und Arbeit sind oder diese, einen Hund zu erziehen. Nicht tiefgründig, aber unterhaltsam, daher 65/100 Punkten.
(cdw)

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