Filmstart: 12.03.2009
Originaltitel: Wen der Berg ruft
FSK: ohne Altersbeschränkung
Verleih: Filmlichter
Laufzeit: 97 Minuten
Trailer: Klick hier
Regie: Tamara Staudt
Drehbuch: Tamara Staudt
Darsteller: Anna Loos, Stefan Gubser, Steve Windolf, Oliver Zgorelec, Stephanie Glaser

nur_ein_sommer_plakat_final

Inhalt: Die 35 jährige Eva ist enttäuscht; ihr Einsatz auf dem Arbeitsmarkt ist nicht gefragt und der Frust setzt sich zu Hause fort. Eva wohnt mit ihrem Sohn Jens und ihrem Liebhaber Marco in einer Plattenbausiedlung in Eberswalde. Der einstige Stolz der DDR wird nach und nach abgerissen, sie zieht von einer Platte in die nächste und fragt sich, ob das nun alles gewesen ist. Doch das Arbeitsamt bietet ihr über den Sommer unverhofft eine Stelle als Melkerin an. Gut, dass sie den Beruf von der Pike auf gelernt hat. Schlecht, dass der Job in der Schweiz ist. Als Jens jedoch seine Lehrstelle erhält, beschließt sie zu fahren, was ihr jugendlicher Freund gar nicht verstehen kann. Auf dem Berg in der Schweiz angekommen, stellt Eva fest, dass sie dort mit dem Senner alleine ist. Kein Warmwasser, kein Fernsehen – eine spartanische Unterbringung und harte Arbeit warten auf die Brandenburgerin. Zudem ist Senner Daniel alles andere als zugänglich. Doch Eva ist flexibel und überzeugt Daniel mit ihrer professionellen Arbeitsweise und anspruchslosen Haltung. Daniel führt Eva in die Kunst der Hartkäseherstellung ein und alles würde seinen ruhigen Weg gehen, stünde nicht eines Tages Marco auf der Senn.
Am Ende der Saison trifft Eva ihre ganz eigene Entscheidung fürs Leben…

sommer2

Unsere Meinung: Mit „Nur Ein Sommer“ ist Tamara Staudt nicht der große Wurf gelungen, dennoch entstand hier eine moderne Bergromanze mit einem Hauch Sozialkritik. Frau Staudt zehrt dabei von ihren eigenen Erfahrungen als Saisonarbeiterin in der Schweiz, was uns eine relativ authentische Einsicht in die Verhältnisse vor Ort ermöglicht.
Filmisch bietet der der Streifen keine Highlights, denn trotz des traumhaften Alpenpanoramas wirkt der Film nur wie für Öffentlich Rechtliches Fernsehen gemacht und teilweise sehen die Bilder aus wie von der Super-8-Kamera gedreht. Die Darsteller liefern solide Arbeiten ab, wobei Anna Loos mit ihrer natürlichen und gewinnenden Art hervorzuheben ist. Robert Höller als 15 jährigen Sohn Jens zu besetzen, war rein optisch ein Fehlgriff, denn er sah nicht wesentlich jünger aus als Steve Windolf, der als Marco den Freund der Protagonistin spielte. Dennoch konnte das Ensemble durch seine relativ natürliche Darstellung und Sprache überzeugen. Kein Theaterfeeling, wie man es so häufig in deutschen Filmen sieht.
Die Geschichte an sich ist sehr einfach gestrickt. Auch wenn die Macher von Vielschichtigkeit und Tiefgrund sprechen, ist „Nur Ein Sommer“ nicht mehr und nicht weniger als ein anspruchsloser Bergfilm mit aktuellen Bezügen und dem klassisch unglaubwürdigen Ende.

sommer3

Fazit: „Nur Ein Sommer“ ist ein moderner Liebesfilm in der Tradition der klassischen Bergfilme, der mit Sicherheit sein Publikum finden wird. Wenn auch eher im Fernsehen als im Kino. Darum 65/100 Punkten.
(CDW)

Kommentare

Schreibe einen Kommentar