Filmstart: 11.12.2008
Originaltitel:Transsiberian
FSK: Ab 16                  
Verleih: Universal
Laufzeit: 111 Minuten
Trailer: Klick hier
Regie: Brad Anderson
Darsteller: Woody Harrelson, Emily Mortimer, Kate Mara, Eduardo Noriega, Ben Kingsley, Thomas Kretschmann, Etienne Chicot, Mac McDonald

Transsiberian

Inhalt: Nach einem längeren Aufenthalt in China tritt das amerikanische Ehepaar Roy und Jessie die Heimreise an. Die legendäre Transsibirische Eisenbahn soll sie bis Moskau bringen. In ihrem Abteil lernen sie ein weiteres Paar kennen: den undurchschaubaren Carlos und seine amerikanische Freundin Abby, deren geheimnisvolle Art vor allem Jessie mehr und mehr fasziniert.

Transsiberian

Unsere Meinung: Ich könnte es ganz kurz und „neudeutsch“ ausdrücken: Der Film hat mich wirklich geflasht. Aber ein klein wenig mehr möchte ich dann doch ins Detail gehen.
Das Szenario ist so simpel, aber irgendwie auch total beklemmend. Von der Außenwelt förmlich abgeschlossen fahren die Menschen mit dem Zug durch wunderschöne Landschaften. Zwischen den einzelnen Genrewechseln wird quasi zur „Entspannung“ für kurze Zeit der Zug gezeigt, wie er sich seinen Weg durch die (meist) verschneite Landschaft bahnt. Im Zug selbst spielt sich derweil im ersten Drittel ein ruhiges Drama ab. Es stehen die Eheprobleme im Vordergrund und man erkundet gemeinsam mit dem Ehepaar den Zug und trifft dabei auf so manch merkwürdige Gestalt. In dieser Zeit kommt es leider zu einigen Verbalschüssen gegen Russland, die an dieser Stelle leider völlig übertrieben wirken. Detailgetreu berichten einige ältere Reisende über ihre Narben und wie „die bösen Russen“ ihnen diese zugefügt haben. Letztendlich soll dies auch beim Zuschauer eine gewisse Angst erwecken, immerhin bekommt es „unser“ Ehepaar später auch noch mit einer Horde Russen zu tun. Für diesen Teil des Filmes braucht man wirklich einiges an Geduld. Es wird viel erzählt und für die lange Zeit passiert verhältnismäßig wenig – eigentlich gar nichts.
Im Bordrestaurant lernt das Ehepaar dann zwei andere zwielichtige Gestalten kennen. Der Zuschauer und auch Jessie merken, dass mit den beiden irgendetwas nicht stimmt. Nun gewinnt der Film deutlich an Fahrt und wird richtig spannend. Diese Spannung kann er dann zum Glück bis zum Ende – quasi bis zur letzten Sekunde – beibehalten. Der Film mutiert zum beklemmenden Thriller und wird gegen Ende sogar richtig brutal. Einigen könnte der letzte Genrewechsel ein wenig abrupt, realitätsfern und sogar unpassend vorkommen. Letztendlich möchte der Film aber nur unterhalten und dies gelingt ihm mit den überraschenden Wechseln sehr gut.
Leider verliert das ganze Setting etwas an Glaubwürdigkeit, wenn man bei minus 20 Grad Celsius, beim Gespräch zwischen den Leuten, nicht einmal den Atem sieht. Aber das sind Kleinigkeiten, bei einem sonst wirklich sehr gut inszenierten Film.

Transsiberian

Fazit: Ja, der Film hat wirklich eine ganze Menge toller Dinge zu bieten. Daher werden diese nun ganz stillos in einer lieblosen Aufzählung aneinander gereiht: Tolle Landschaftsaufnahmen, glaubwürdige Schauspieler, eine beklemmende Atmosphäre, eine spannende Story und einige wirklich großartige Sprüche. Mein persönlicher Lieblingssatz aus dem Film: „Versuchst du meine Dämonen zu töten, dann tötest du vielleicht auch meine Engel…“ Während ihr euch den Spruch noch einmal durchlest, verteile ich schon einmal ein paar Punkte: 90/100 Punkten und damit eine absolute Sehempfehlung!
(ts)

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