Filmstart: 01.10.2009  
Originaltitel: Män som hatar kvinnor
FSK: ?
Verleih: NFP
Laufzeit: 152 Minuten  
Trailer: Klick hier
Regie: Niels Arden Oplev
Drehbuch:
Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg
Darsteller:
Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Sven-Bertil Taube, Peter Haber, Peter Andersson, Ingvar Hirdvall

verblendung1

Inhalt: Der ehemals renommierte Enthüllungsjournalist Mikael „Kalle“ Blomkvist wird von dem mittlerweile 82jährigen, industriellen Henrik Vanger engagiert, um einen 40 Jahre alten Entführungsfall aufzuklären: Dessen Nichte Harriet verschwand unter nie geklärten Umständen. Blomkvist rollt den Fall neu auf, aber erst durch die unerwartete Hilfe der Hackerin Lisbeth Salander ergeben sich erste Spuren. Spuren, die zu einer fast vergessenen Serie grausamer Morde führen…

verblendung2

Unsere Meinung: „Verblendung“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers des schwedischen Autors Stieg Larsson und wie der Roman ein typischer „Schwedenkrimi“ im Stile von Henning Mankells „Wallander“-Reihe: Ruhiger Grundton, vielschichtige Hauptfiguren mit jeder Menge eigenen Problemen sowie ein durchaus komplexer Plot, der einige Einsicht in menschliche Abgründe bietet und auch den einen oder anderen Hieb auf die Gesellschaft verteilen kann.
Handwerklich entpuppt sich der Film in allen Punkten als lobenswert solide. Die Handlung wird stetig spannend erzählt, wirkt fast nie überhastet und bleibt aller Ruhe zum Trotz immer kurzweilig. Unterstützt wird die Stimmung durch einen passenden und gut im Hintergrund bleibenden Score sowie eine ausgezeichnete Kameraführung mit einigen schönen Weitwinkelaufnahmen des üblicherweise beruhigenden Settings. Und auch schauspielerisch kann „Verblendung“ punkten: Alle Rollen wurden passend besetzt und sind überzeugend dargestellt.
Natürlich gibt es auch einige Actionsequenzen, doch gerade gegen Ende werden genau diese zur größten Schwäche des Filmes: Man bekommt den Eindruck, die Handlung würde forciert, um einen ordentlichen Showdown zu ermöglichen. So verfallen die ansonsten durchweg nachvollziehbar handelnden Protagonisten plötzlich einer doch etwas unglaubwürdigen Hektik – die jedoch nötig ist, wenn man die Story nicht einfach mit einem eher unspektatkulären Besuch im Archiv beenden, sondern seinem Publikum doch lieber einen etwas explosiveren Höhepunkt bieten möchte. Das ist zwar durchaus nachvollziehbar, sorgt aber auch dafür, dass die Handlung an dieser Stelle übermäßig konstruiert wirkt. Das ist schade, denn es trübt den ansonsten ausgezeichneten Krimi um einiges. Genauso wie das Ende, dass dann doch einen Tick zu versöhnlich geworden ist. Ein paar Probleme hätte man sich ja durchaus noch aufheben können. Schließlich ist „Verblendung“ ja eh‘ nur der Auftakt zur „Millenium-Trilogie“.

verblendung3

Fazit: „Verblendung“ ist trotz seines leicht gehetzten Endes ein empfehlenswerter Film für Freunde skandinavischer Krimikost. Allerdings sollte man Zeit und Muße mit in den Kinosaal nehmen – immerhin benötigt die Story ganze zweieinhalb Stunden, um sich zu entfalten. Was sich dann aber da entfaltet hat, ist immerhin 70/100 Punkten wert.
Im Übrigen sind die beiden Fortsetzungen „Verdammnis“ und „Vergebung“ schon abgedreht und kommen im nächsten Jahr in die Lichtspielhäuser.
(schroed)

Ihr habt den Film gesehen? Dann habt ihr hier die Möglichkeit, ihn mithilfe der Sterne zu bewerten. Vergebt ihr einen Stern, dann hat euch der Film nicht gefallen – bei 6 Sternen wiederum hat er euch begeistert. Die Sterne dazwischen bilden die entsprechenden Abwertungen.

//

Kommentare

Schreibe einen Kommentar