Filmstart: 04.06.2009
Originaltitel: Terminator Salvation: The Future Begins
FSK: Ab 16
Verleih: Sony

Laufzeit: 115 Minuten
Trailer: Klick hier
Regie: McG
Drehbuch:
John D. Brancato, Michael Ferris, Jonathan Nolan
Darsteller: Christian Bale, Sam Worthington, Anton Yelchin, Moon Bloodgood, Bryce Dallas Howard

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Inhalt: Das Jahr 2018: Elf Jahre nach dem „Judgment Day“, dem Aufstand der Maschinen unter der Skynet-KI, sieht es eher unschön auf Erden aus: Überall lauern monströse Roboter und die letzten überlebenden Menschen leisten verzweifelt Widerstand. Dann fällt den Rebellen jedoch ein Programm in die Hand, dass möglicherweise die lang ersehnte Wende im Krieg bringen könnte.
Für John Connor, der zwar noch nicht an der Spitze der Rebellion steht aber doch schon die Hoffnungen Unzähliger auf seinen Schultern trägt, ergibt sich ein ganz anderes Problem: Er muss den jungen Kyle Reese aus den Händen der KI befreien. Denn Kyle wird irgendwann in der Zukunft in die Vergangenheit reisen und Johns Vater werden. Sofern er überlebt. Die einzige Möglichkeit zur Rettung findet Connor in dem mysteriösen Marcus Wright, dessen Schicksal nicht einmal ihm selbst bekannt ist. Obwohl schnell klar wird, dass er wohl maximal zur Hälfte als Mensch durchgeht…

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Unsere Meinung: Filme mit Zeitreisemotiv haben in der Regel den großen Vorteil, dass die interne Logik durch diverse Paradoxa so oder so schon genug strapaziert ist, um auch noch Logiklöcher zu tolerieren, durch die auch noch ein Rudel Motorräder passen würde. Das ist im vierten „Terminator“ nicht anders und kommt der einen oder anderen Unschlüssigkeit im Hintergrund zugute. Wogegen es jedoch nichts ausrichten kann, ist die teilweise schon unsäglich unnachvollziehbare Handlungsweise erschreckend vieler Hauptfiguren. Ein schönes Beispiel finden wir da beim Oberkommando der Menschen: Wie kann man es als mehr oder minder erfahrene Führungskraft zulassen, dass um eine Figur irgendwo in der oberen Hälfte der Befehlsstruktur ein beinahe messianischer Kult aufgebaut wird, die die gesamte eigene Befehlsgewalt unterminiert? Da ist ein Staatsstreich ja quasi schon vorprogrammiert. Aber nein, das musste man ja machen, weil man sonst John Connors Aufstieg zum Führer der Revolution nicht erklären könnte. Das wirkt schon arg konstruiert – und ist dabei noch nicht einmal das Schlimmste. Neben einem wirklich absolut billigen Versuch, auf Zwang eine tragische wie unglaubwürdige Liebesgeschichte einzubauen, schießt T4 vor allem gegen Ende den Vogel endgültig ab. Es soll dazu nicht allzu viel verraten werden, nur so viel: Die Transplantationschirurgie muss innerhalb der nächsten zehn Jahre (trotz des Judgment Days!) echte Sieben-Meilen-Sprünge gemacht haben (oder die Erklärung findet sich wieder in irgendeinem Zeitparadoxon…). Das gibt dem Ende jedenfalls einen ungemein lächerlichen Beigeschmack und erschwert eine ernsthafte Betrachtung immens (Das Wort „Trash“ bahnt sich an…).
Diese Betrachtung hat der Film zumindest vom Design her jedoch eigentlich schon verdient: Alles ist schön stimmungsvoll und auch überzeugend dargestellt. Wenn da nur nicht dieses dauernde Déjà-Vu-Gefühl wäre: einsame Wüsten voller liegengebliebener Autos und marodierender Banden (wo man in jeder Sekunde erwartet, Mad Max kommt um die Ecke), dazu riesige Roboter, die nur darauf zu warten scheinen, sich in irgend ein Auto zu transformieren und eine Stadt, die wohl dem Standard-Bastelbogen für futuristische Großsiedlungen entstammt. Die KI scheint ein Faible für SciFi-Klischees zu haben. Das würde dann auch die klassische Kommandozentrale mit subtiler Apple-Optik und den Stahlwerk-Keller erklären. Aber wie gesagt, wenn einen sowas nicht allzu sehr stört, dann wirkt das Ganze schon ziemlich schmuck.
Schnell noch zum Rest: Die Darsteller sind ordentlich gecastet und machen ihren Job überzeugend genug (vor allem Christian Bale ist wieder einmal erwähnenswert – auch wenn es für ihn kaum etwas herausragendes zu leisten gibt), Kamera und Score passen gut zur jeweiligen Stimmung und die Handlung wird adäquat schnell und hin und wieder sogar durchaus spannend erzählt. Alles in allem solide, teilweise sogar gehobenes Mittelmaß.

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Fazit: Wer Fan der bisherigen Terminator-Reihe ist oder einfach eine Schwäche für dystopische Science Fiction auf Popcorn-Niveau hat, der kommt an „Terminator: Die Erlösung“ so oder so nicht vorbei. Und wer dann noch im Austausch gegen eine meist gelungene Atmosphäre die eine oder andere Lächerlichkeit hinnehmen kann, der dürfte sogar den Preis für seine Eintrittskarte noch gerechtfertigt sehen. Ansonsten bedenke man bitte, dass auch unfreiwillige Komik noch sehr gut erheitern kann. Alles in allem verdient sich der Film eine Bewertung von 60/100 Punkten.
(schroed)

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