Filmstart: 13.08.2009
Originaltitel: The Hurt Locker
FSK: Ab 16
Verleih: Concorde
Laufzeit: 131 Minuten
Trailer: Klick hier
Regie: Kathryn Bigelow
Drehbuch:
Mark Boal
Darsteller
: Jeremy Renner, Anthony Mackie, Brian Geraghty, Guy Pearce, Ralph Fiennes, David Morse, Christian Camargo, Suhail Aldabbach

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Inhalt: Nach dem Tod des einstigen Kommandanten müssen sich die Männer eines Bombenräumkommandos nun mit einem neuen, draufgängerischeren Vorgesetzten anfreunden. Und das, obwohl ihr Job im allgemeinen Schrecken des Kriegsalltages auch so schon gefährlich genug ist.

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Unsere Meinung: Der Film widmet sich einer eher alltäglichen Seite des Krieges. Das ist prinzipiell schon einmal ein Lob wert, doch leider gibt es auch eine ganze Menge, die dabei einfach nicht passen will. Das beginnt schon bei der Erzählweise: Hier werden munter ganze Wochen übersprungen, ohne das weiter erwähnt wird, was da passiert sein könnte. Als wäre da nie Zeit vergangen. Das wirkt sehr merkwürdig, vor allem, da man doch wohl erwarten könnte, dass etliche Wochen in einer eher feindlichen Umgebung wenigstens ein Mindestmaß an Entwicklung für einen Charakter mit sich bringen könnten. Andererseits sind die Charakterzeichnungen im Film sowieso eher fragwürdig. Beziehungsweise einfach nicht vorhanden. Die Figuren sind entweder simpelste Schablonen oder viel zu inkonsistent, um wirklich überzeugen zu können. So ist die Hauptfigur in scheinbar zufälligem Wechsel mal Draufgänger, mal Familienvater und mal einfach nur ein Typ, der gerade halt irgendetwas Dummes anstellt. Da hilft es auch wenig, dass eigentlich alle Schauspieler eine ordentliche Darstellung abgeben. Die dargestellten Personen sind einfach zu austauschbar.
Die Handlung selbst ist gut erzählt und kann auch in vielen Situationen ordentlich Spannung aufbauen (auch wenn der Film einem irgendwie eine halbe Stunde zu lang vorkommt), wird aber immer wieder durch unnötige Spielereien unterbrochen (eine Patronenhülse, die in Zeitlupe auf den Boden fällt, mag ja ganz hübsch sein, aber wenn sie vollkommen grundlos reingeschnitten wird, verlangsamt sie auch nur unnötig den Erzählfluss). Und sie wirkt – wieder dank der Erzählweise – übertrieben zerstückelt und unzusammenhängend. Was schade ist, da die Atmosphäre von ständiger Bedrohung über weite Strecken wirklich gut rübergebracht werden konnte. Dass letzteres natürlich auch für eine sehr einseitige Sicht sorgt („Amerikaner=gut, Iraker=böse“), sollte dem Zuschauer dabei klar sein und auch nicht allzu negativ ins Gewicht fallen, da Menschen nun einmal zu exakt solchen Gruppenzuweisungen tendieren. 
Der krönende Abschluss des Filmchens ist übrigens ein Ende, dass in seiner Grundstimmung aber sowas von konträr zum gesamten restlichen Gesehenen steht, dass man sich fragt, ob die letzten Minuten wirklich vom selben Film stammen. Schade, denn eigentlich ist das Ende ziemlich nachvollziehbar. Da hätte man viel mehr draus machen können. Aber das trifft wohl auf den ganzen Film zu.

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Fazit: „Tödliches Kommando“ ist ein Kriegsfilm, den man sich durchaus ansehen kann, wenn man Kriegsfilme mit aktuelleren Schauplätzen mag. Aufgrund der unschönen Sieben-Meilen-Sprünge in der Zeitebene und den ganz und gar unfertigen Charakterisierungen ist er jedoch alles andere als Pflichtprogramm. Für 50/100 Punkten reicht es aber dennoch.
(schroed)

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