Filmstart: 25.09.2008
Originaltitel: Wall-E
FSK: ohne Altersbeschränkung
Verleih: Buena Vista
Laufzeit: 81 Minuten
Trailer: Klick hier
Regie: Andrew Stanton
Stimmen: Timmo Niesner, Luise Helm, Markus Maria Profitlich, Joachim Kerzel, Hans-Jürgen Dittberner

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Inhalt: Wall-E wurde programmiert, um die zugemüllte Erde zu retten, indem er die Hinterlassenschaften brav zu Würfeln zusammenpresst und diese dann zu wuchtigen Gebilden auftürmt. Das dies nicht unbedingt nach einer spannenden Aufgabe klingt, braucht hier nicht extra erwähnt zu werden. Deswegen freut es Wall-E umso mehr, als an einem eigentlich ganz gewöhnlichen Tag eine große Rakete aus dem Weltall auf die Erde geflogen kommt und den Roboter Eve absetzt.
Auch Eve hat eine Aufgabe, allerdings eine geheime und sogar ziemlich wichtige. Zuerst begegnet sie Wall-E mit Angst und schießt sogar mehrmals auf ihn. Aber irgendwann können auch Roboter Gefühle füreinander entwickeln und die gemeinsamen Abenteuer, die sie im Verlaufe des Filmes auf dem Raumschiff Axiom erleben werden, schweißen halt irgendwie zusammen.

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Unsere Meinung: Der Film ist noch nicht einmal gestartet und trotzdem wurde er schon auf sämtlichen Seiten in den Himmel gehoben. Klar, dass auch ich mich ein wenig vom Wall-E-Hype anstecken lassen habe. Umso enttäuschter war ich dann, als mich auch dieser Animationsfilm nur in wenigen Momenten richtig begeistern konnte.
Der Film beginnt so, wie man es nach den Trailern vermutet. Wall-E befindet sich als fast einziges Lebewesen auf der Erde und entdeckt bei seinen Aufräumarbeiten allerlei für ihn unbekannte Dinge, die versucht, auf menschliche Art und Weise zu benutzen. Bereits wenige Minuten später stößt dann allerdings Eve hinzu und wieder nur wenige Minuten später spielt sich dann plötzlich die ganze Handlung auf der Raumstation ab. Und das ist auch der größte Fehler, den der Film begeht: Er verlässt bereits nach wenigen Minuten das eigentlich „Wall-E-Prinzip“, das eigentlich noch so viel Potential besessen hat und wird dann zum wirklich langweiligen Film.
Auf der Raumstation angekommen sinkt die Gagdichte in den Keller und nun hat es sich der Film nur zur Aufgabe gemacht, uns zu zeigen, wie faul, fett und blöd die Menschheit werden kann. Das kann vielleicht kurz begeistern, allerdings wird dieses Thema so ewig in die Länge gezogen, bis es dann auch der letzte Mensch im Kino wirklich 100%ig begriffen haben sollte. Auch die Story selbst ist – aber da erwarte ich von Animationsfilmen ja schon eigentlich nicht mehr viel – äußerst dünn.
Im Vergleich zu Ratatouille muss ich sagen, dass mir Wall-E weitaus weniger gefallen hat. Ratatouille konnte den Charme über die gesamte Länge halten, Wall-E gibt ihn bereits nach wenigen Minuten freiwillig ab und wendet sich lieber einer 0815-Story zu.

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Fazit: Der Film bietet für Kinder eine recht ansprechende Grafik und für Erwachsene einige nette Anspielung, die allerdings von der Anzahl und der Qualität her nicht an alte Pixar-Filme anknüpfen können. Zu erwähnen ist noch, dass der Vorfilm „Presto“ wirklich sehr gelungen ist. Da wird ein Zauberer von seinem süßen Kaninchen in den Wahnsinn getrieben und wir dürfen bei seiner etwas anderen Vorstellung zusehen. Wall-E selbst ist nett anzuschauen, zieht sich aber leider ewig in die Länge. 55/100 Punkten.
(ts)

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